Die Verwandlung von der Raupe zum Schmetterling beim Tanztheatermobil

Von: Joel Teichmann

Die beiden Tänzerinnen Sara Blasco und Photini Meletiadis verkörpern in „Wovon Raupen träumen“ Raupen, die sich zunächst vor ihrem eigenen Körper fürchten. Foto: Ralf Roeger

„Ob da jemand drin ist?“, rätselten rund zwanzig Kinder lautstark in der ersten Reihe. Gebannt starrten sie auf zwei riesige rote Raupen, die sich unmittelbar vor ihren Gesichtern auf der Bühne nach links und nach rechts rekelten.
Bis dann plötzlich zwei Gesichter unter den Kostümen hervor huschten. Die aufmerksamen Jungen und Mädchen stellten fest: Aha, also da steckt wirklich jemand drin – menschliche Raupen sozusagen.

Experimentierfreudigkeit

Inspiriert vom Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ wurden an diesem tänzerischen Theatertag in „Wovon Raupen träumen“ Themen wie Neugierde und Experimentierfreudigkeit für Kinder ab drei Jahren eindrucksvoll verbildlicht.

Auf akrobatische Weise zeigten die ausgebildeten Tänzerinnen Sara Blasco und Photini Meletiadis am Sonntagvormittag im Dance-Loft unter anderem die Verwandlung einer Raupe in einen Schmetterling. Ausgerichtet wurde die Darbietung vom Tanztheatermobil, einem seit 2014 existierenden Projekt des „Culturbazar“.
„Wir wollen die Geschichte der Raupe Nimmersatt nicht nachspielen“, erklärte Choreograph Yorgos Theodoridis. Stattdessen sollte vielmehr durch Tanz die Bedeutung von Neugierde und Veränderung vermittelt werden. Denn auch die Raupen ängstigten sich zu Beginn – sogar vor ihrem eigenen Körper. Nur zögernd fingen sie an sich fortzubewegen, bevor sie sich zum Ende hin ausgelassen hin und her wälzten.
„Gab es denn nur Raupen?“, fragte Yorgos Theodoridis die Kinder nach der Tanzvorstellung. „Also ich habe eine Blume gesehen“, erzählte ein Mädchen. „Und ich einen Elefanten“, brüllte ein Junge. „Was ist mit Krokodilen?“, wollte Theodoridis nun etwas genauer wissen.
Doch die etwa Zwei- bis Fünfjährigen schüttelten unisono den Kopf: Keine Krokodile. Spätestens zu diesem Zeitpunkt erkannten die Eltern, die sich in den hinteren Reihen platziert hatten, wie ausgeprägt bereits das Fantasievermögen ihrer Kinder ist. Und die Organisatoren stellten zufrieden fest: Der Auftritt war ein Erfolg.

„Ab durch den Tunnel“

Nach dem 30-minütigen Tanzstück durften die jungen Gäste dann selbst aktiv werden. „Schuhe aus und ab durch den Raupentunnel“, lotsten die Tänzerinnen die begeisterten Kinder zu sich. Begleitet von zahlreichem Kichern und Lachen eroberten schlagartig ein Dutzend Raupen die Bühne.

Oder Elefanten, je nach Fantasie.

 

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